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MdB Kessler (DIE LINKE) informierte sich über Freiwilligendienste und das Arbeiten im Rettungsdienst

Dr. Achim Kessler, Mitglied des Bundestages und gesundheitsökonomischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, war am 3. Juli zu Gast beim DRK Rettungsdienst Mittelhessen (RDMH), um sich über Freiwilligendienste und über die Arbeit im Rettungsdienst zu informieren. Um praktische Einblicke in den Rettungsdienst zu erhalten, begleitete Kessler auch ein Einsatzteam im Rettungswagen.

Der RDMH ist Einsatzstelle für rund 65 Teilnehmende eines Freiwilligendienstes. Sie werden über die FSJ-Trägerstelle beim Marburger Krankenpflegeteam pädagogisch betreut und begleitet. Sie gehört zu mehr als 30 Trägerstellen, die sich in Hessen zu einer Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) zusammen geschlossen haben. Gemeinsames Ziel ist es, sich neben der Einhaltung der qualitativen Standards im Bereich der Freiwilligendienste auch für eine weitere umfassende Förderung von Freiwilligendiensten einzusetzen. Für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Freiwilligendienste hatte der Bundeshaushalt 2019 zusätzliche Fördermittel zur Verfügung gestellt, die in 2020 bislang jedoch nicht mehr vorgesehen sind.

Nach einem Austausch zum Thema FSJ fasste Kessler zusammen: „Im Gespräch mit den Freiwilligen ist deutlich geworden, dass diese Form des freiwilligen Engagements einen sehr hohen Stellenwert hat. Die Freiwilligen engagieren sich und werden dabei begleitet. So  lernen sie viel über sich selbst und übernehmen soziale Verantwortung. Freiwilligendienste zu erhalten und weiter zu entwickeln, ist absolut sinnvoll.  Die notwendigen Fördergelder dafür gehören in den Bundeshaushalt 2020.“

Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen bietet ein FSJ seit 2006 an. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich in einem sozialen und gesundheitlichen Bereich beruflich zu orientieren, praktische Erfahrungen zu sammeln und diese zu reflektieren, Verantwortung zu übernehmen und eigene Fähigkeiten und Stärken kennen zu lernen.

Das Freiwilligenjahr beinhaltet eine individuelle Beratung und Begleitung sowie ein umfassendes Bildungsprogramm.

Für ihre Arbeit im Einsatzdienst erwerben die Freiwilligen die Rettungssanitäter-Qualifizierung und machen den C1-Führerschein. Beides sind Voraussetzungen für ihre Tätigkeit im qualifizierten Krankentransport und in der Notfallrettung. In beiden Bereichen arbeiten die Freiwilligen unter Anleitung mit. Viele von ihnen bewerten ihr FSJ als eine sehr wertvolle Zeit für sich selbst. Ein Teil der Freiwilligen bleibt dem Rettungsdienst auch nach dem FSJ treu – z.B. indem sie als hauptamtliche Rettungssanitäter arbeiten oder in die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung gehen.

Beeindruckt zeigte sich Kessler von seiner Einsatzbegleitung im Rettungsdienst. „Durch die Hospitation ist für mich greifbar geworden, was die Beschäftigten leisten“, so Kessler. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie anspruchsvoll diese Arbeit tatsächlich ist – medizinisch und menschlich. Auf Dauer wird der  Rettungsdienst seine Aufgaben nur erfüllen können, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen im gesamten Gesundheitssystem in ein neues Gleichgewicht gebracht werden.“

Aktuell gerät das System der Daseinsvorsorge an seine Leistungs-grenze. Neben einer generell schwierigen Arbeitsmarktsituation in den Gesundheitsberufen wirkt sich auch die Gesamtsituation im Gesundheitssystem auf den Rettungsdienst aus. So führen z.B. der Rückgang von Arztpraxen im ländlichen Raum oder auch die Zentrali-sierung von Krankenhäusern und ärztlichen Bereitschaftsdiensten zu mehr Einsätzen und Aufgaben bei den Rettungsdiensten.

Bildunterschriften

Links: Dr. Kessler (M.) mit Mascha Plum und Nils Ackermann, die ein FSJ im Rettungsdienst absolvieren.

Mitte: Bei der Wachenführung: Nils Ackermann und Dr. Kessler im Materiallager

Rechts: Angeregtes Gespräch in der Fahrzeughalle. Im Anschluss begleitete Dr. Kessler ein Einsatzteam im Rettungswagen.